Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Bezugspreis?
Der Bezugspreis ist der Einkaufspreis einer Ware inklusive aller Bezugskosten (Fracht, Versicherung, Zoll) und nach Abzug von Lieferrabatt und Lieferskonto. Er bildet die Grundlage für die Selbstkostenrechnung.
Wann nutze ich Vorwärts- und wann Rückwärtskalkulation?
Die Vorwärtskalkulation berechnet aus dem Einkaufspreis den Verkaufspreis – typisch im Großhandel. Die Rückwärtskalkulation rechnet vom Marktpreis zurück auf den maximal zulässigen Einkaufspreis – typisch im Einzelhandel mit starker Marktpreisbindung.
Wie wird Skonto berechnet?
Skonto ist ein prozentualer Preisnachlass bei Zahlung innerhalb einer bestimmten Frist. Er wird vom jeweiligen Zwischenergebnis abgezogen, üblicherweise vom Zielpreis (2 % Lieferskonto) bzw. vom Bruttoverkaufspreis (2 % Kundenskonto).
Was ist der Unterschied zwischen Rabatt und Skonto?
Rabatt ist ein Mengen- oder Treuenachlass auf den Listenpreis. Skonto ist ein Zahlungsnachlass bei schneller Zahlung. Beide werden in der Handelskalkulation separat ausgewiesen.
Was sind Handlungskosten?
Handlungskosten sind alle Kosten, die im eigenen Betrieb für Lagerung, Verwaltung, Personal und Verkauf anfallen. Sie werden typischerweise als prozentualer Zuschlag auf den Bezugspreis berechnet (oft 20–35 %).
Was bedeutet „Brutto" und „Netto" in der Kalkulation?
Netto ist der Preis ohne Umsatzsteuer. Brutto ist der Endpreis inkl. gesetzlicher Mehrwertsteuer (USt). In Deutschland sind das 7 % (Lebensmittel, Bücher) oder 19 % (die meisten anderen Waren).
Welche Mehrwertsteuer ist Standard?
Der reguläre Steuersatz beträgt 19 %. Ein ermäßigter Steuersatz von 7 % gilt für Grundnahrungsmittel, Bücher, Zeitungen und einige andere Güter des täglichen Bedarfs.
Ist die Nutzung kostenlos?
Ja, handelskalkulator.de ist komplett kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar. Die Finanzierung erfolgt über Werbeanzeigen.
Welche Bezugsnebenkosten können anfallen?
Zu den Bezugskosten zählen alle Kosten, die zwischen Bestellung und Eintreffen der Ware im Lager anfallen – insbesondere Fracht, Verpackung, Versicherung, Zoll und Einfuhrabgaben, Rollgeld, Palettenmiete sowie Transportversicherung. Tragen Sie die Summe dieser Posten im Feld „Bezugskosten" (BK) ein.
Was ist der Unterschied zwischen Gewinnaufschlag und Handelsspanne?
Der Gewinnaufschlag wird auf den Einkaufs-preis (Selbstkosten) berechnet – z. B. 20 % Aufschlag auf 100 € ergibt 120 €. Die Handelsspanne bezieht sich auf den Verkaufs-preis – 20 € Marge auf 120 € Verkaufspreis entsprechen 16,67 % Spanne. Beide Werte sind gängige Praxisgrößen, dürfen aber nicht verwechselt werden.
Was bedeutet „2 % Skonto, 30 Tage netto"?
Die Klausel „2 % Skonto, 30 Tage netto" bedeutet: Zahlt der Kunde innerhalb der vereinbarten Skontofrist (oft 7–14 Tage), erhält er 2 % Preisnachlass auf den Rechnungsbetrag. Andernfalls ist der volle Betrag innerhalb von 30 Tagen fällig. Skonto lohnt sich fast immer, da der implizite Jahreszins enorm hoch ist: 2 % in 10 Tagen entspricht rund 73 % p. a.
Wie funktioniert die Berechnung mit Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG)?
Nach § 19 UStG sind Kleinunternehmer von der Umsatzsteuer befreit und dürfen keine USt ausweisen. Setzen Sie in diesem Fall das Feld „Umsatzsteuer" einfach auf 0 – der Listenverkaufspreis entspricht dann dem Zielverkaufspreis (kein Bruttoaufschlag).
Gibt es ein konkretes Beispiel zur Vorwärtskalkulation?
Ja. Beispiel: Ein Händler kauft Ware zum Listeneinkaufspreis von 100 €, erhält 10 % Lieferrabatt und 2 % Lieferskonto, hat 5 € Bezugskosten, kalkuliert 20 % Handlungskosten und 20 % Gewinn, gewährt 5 % Kundenrabatt und wendet 19 % USt an. Daraus ergibt sich: ZEP 90,00 € → BP 93,20 € → SK 111,84 € → BVP 134,21 € → ZVP 127,50 € → LVP 151,72 €. Die Berechnung lässt sich mit den voreingestellten Werten direkt im Rechner nachvollziehen.